Was der BMI ist und wie er berechnet wird
Der Body-Mass-Index (BMI) ist das Gewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern: BMI = Gewicht / (Körpergröße in Metern)^2. Für eine 70 kg schwere Person, die 1,75 m groß ist, sind das 70 / (1,75 x 1,75) = 22,9 kg/m2. Das Maß wurde vom belgischen Statistiker Adolphe Quetelet in den 1830er-Jahren entwickelt und von der WHO als einfache Methode übernommen, um Gewicht über große Populationen hinweg zu klassifizieren.
Die Weltgesundheitsorganisation teilt Erwachsene in vier Bänder ein: Untergewicht unter 18,5, gesundes Gewicht von 18,5 bis 24,9, Übergewicht von 25 bis 29,9 und Adipositas ab 30 und darüber. Diese Grenzwerte stammen aus Zusammenhängen zwischen BMI und Gesundheitsrisiko, die über große Gruppen beobachtet wurden, nicht aus dem Körper eines einzelnen Menschen.
Warum Athleten den BMI mit Vorsicht lesen sollten
Der BMI nutzt das gesamte Körpergewicht und kann Muskeln nicht von Fett unterscheiden. Muskeln sind dichter als Fett, daher trägt ein schlanker, muskulöser Athlet mehr Gewicht für seine Größe und kann als übergewichtig oder sogar adipös eingestuft werden, während er sehr wenig Körperfett hält. Ruderer, Sprinter, Rugbyspieler und viele Kraftathleten liegen regelmäßig über 25 mit einstelligen Fettprozentwerten.
Der umgekehrte Fehler passiert auch: Jemand mit wenig Muskeln und überschüssigem Fett kann innerhalb des gesunden Bands liegen, während er ungesundes Fett trägt, ein Muster, das manchmal als Normalgewichts-Adipositas bezeichnet wird. Der BMI wird am besten als grober, kostenloser Check behandelt, der anzeigt, wer von einem genaueren Blick profitieren könnte, nicht als Maß für Körperzusammensetzung oder Fitness.
Bessere Maße der Körperzusammensetzung
Wenn du wissen willst, wie viel deines Gewichts Fett gegenüber Magergewebe ist, ist der BMI das falsche Werkzeug. Der Taillenumfang und das Taille-zu-Größe-Verhältnis erfassen das zentrale Fett, das das größte Gesundheitsrisiko trägt, und brauchen nur ein Maßband. Hautfaltenzangen, bioelektrische Impedanzwaagen und DEXA-Scans schätzen den Fettanteil direkt, wobei DEXA das genaueste der alltäglichen Optionen ist.
Für die meisten Ausdauerathleten zählen Trends mehr als jede einzelne Zahl. Gewicht, Taille und das Gefühl von Kleidung und Training über Wochen zu verfolgen sagt dir mehr als eine einzige BMI-Messung. Nutze den BMI, um dich grob einzuordnen, und stütze dich dann auf diese reichhaltigeren Maße, wenn die Zahl dich überrascht.
Rechenbeispiel
Eine 175 cm große Person mit 70 kg prüft ihren BMI:
| Gewicht | 70 kg |
| Körpergröße | 175 cm (1.75 m) |
| Formel | 70 / (1.75 x 1.75) |
| BMI | 22.9 kg/m2 |
| WHO-Kategorie | Gesundes Gewicht |
Bei 90 kg und 180 cm ergibt dieselbe Rechnung 27,8, was ins Übergewichts-Band fällt, obwohl ein muskulöser Athlet bei diesem Wert wenig überschüssiges Fett tragen mag.
Häufig gestellte Fragen
Ist der BMI für Athleten genau?
Oft nicht. Der BMI zählt alles Gewicht als Masse und kann Muskeln nicht von Fett trennen. Weil Muskeln dicht sind, lesen schlanke, muskulöse Athleten sich häufig als übergewichtig oder adipös, trotz niedrigem Körperfett. Für Athleten geben Körperfettmaße wie Hautfalten, bioelektrische Impedanz oder ein DEXA-Scan ein weit wahreres Bild als der BMI allein.
Was ist ein gesunder BMI?
Die Weltgesundheitsorganisation definiert einen gesunden Erwachsenen-BMI als 18,5 bis 24,9 kg/m2. Unter 18,5 gilt als Untergewicht, 25 bis 29,9 als Übergewicht und 30 oder darüber als Adipositas. Diese Bereiche beschreiben das Gesundheitsrisiko der Bevölkerung und sollten neben Taillenmessung, Körperzusammensetzung und allgemeiner Gesundheit gelesen werden, nicht isoliert.
Wie berechne ich den BMI?
Teile dein Gewicht in Kilogramm durch deine Körpergröße in Metern zum Quadrat. Zum Beispiel ergeben 70 kg und 1,75 m 70 / (1,75 x 1,75) = 22,9. Wenn du Zentimeter nutzt, teile die Größe zuerst durch 100. Dieselbe Formel gilt für Erwachsene aller Altersgruppen; Kinder nutzen stattdessen alters- und geschlechtsspezifische Perzentilkurven.
Misst der BMI den Körperfettanteil?
Nein. Der BMI setzt nur das Gesamtgewicht zur Größe in Beziehung; er misst Fett nicht direkt. Zwei Menschen mit demselben BMI können sehr unterschiedliche Körperfettwerte haben, je nachdem, wie viel Muskeln sie tragen. Um Fett zu beurteilen, nutze Taillenumfang, Taille-zu-Größe-Verhältnis, Hautfalten, Impedanzwaagen oder einen DEXA-Scan.
Quellen
- WHO (2000). "Obesity: preventing and managing the global epidemic." WHO Technical Report Series 894. Link
- Quetelet (1832). Adolphe Quetelets Index aus Gewicht über Körpergröße zum Quadrat, der Ursprung des modernen BMI.
